Gesundheitshelferin für die Dorfgemeinschaft

Die Schwestern des Ordens “Dominicas de la Anunciata” betreiben neben der Schule am Müllplatz in Guatemala Stadt auch eine Schule in Lancetillo im Department Quiché, einer ländlichen, sehr wenig entwickelten Gegend, wo insbesondere die medizinische Versorgung unzureichend ist.
Von der Leiterin der Schule erfuhren wir, dass viele Mädchen Gesundheitshelferin für ihre Dorfgemeinschaft werden möchten. Viele stammen aus großen, mittellosen Familien oder sind infolge des Bürgerkriegs Waisen. Sie können sich also die Ausbildung, die in einer Fachschule in der nächst größeren Stadt stattfindet, 12 Monate dauert und ca. 2400,- USD kostet, nicht leisten.
Für die jungen Frauen ist eine solche Ausbildung besonders wichtig. Es stärkt ihr Selbstwertgefühl, sie bekommen Anerkennung, sie können etwas für die Dorfgemeinschaft tun und einer Frau, die ja traditionell die Verantwortung für die Gesundheit der Familie trägt, öffnen sich auch andere Frauen leichter als einem Mann, speziell in einer indigenen Gesellschaft.
Seit 2009 finanzieren wir jedes Jahr die Ausbildung für zwei Mädchen, die sich uns auch mit Briefen und Fotos vorstellen. Ihre Eltern sind manchmal Analphabeten und sie sind nun dabei, eine Menge medizinischen Wissens in komprimierter Form aufzunehmen. Das ist eine riesige Anforderung, an der zunächst auch immer wieder einige scheitern, um dann, nach einer Semesterwiederholung, doch den Abschluss zu schaffen. Von mittlerweile neun Stipendiatinnen, hat nur eine, Juanita, die Ausbildung ganz “geschmissen”, weil sie sich verliebt hatte.
Die anderen acht haben sich graduiert, rechts sieht man die Absolventinnen von 2012, Alicia und Santos mit ihren Abschlußzeugnissen. In der Mitte Erika Kammer, die durch ihre regelmäßigen Reisen zu den Projekten eine ganz wichtige Rolle erfüllt.
Ab 2013 wollen wir die Zahl der Auszubildenden auf jährlich drei erhöhen, außerdem erwägen wir die Vergabe eines Zusatzstipendiums zur Ausbildung zur Vollkrankenschwester für besonderns engagierte Hilfskrankenschwestern (z.B. Lukrezia).Unbedingt erwähnt werden muss auch noch Schwester und Direktorin Teresa, die sich zusammen mit Erika kammer das Projekt ausgedacht hat. Sie hat die ganze Aufgabe und Last zu tragen, der Auswahl der Stipendiatinnen, der Begleitung während der Ausbildung und Organisieren von Zwischenlösungen, wenn einmal etwas nicht so klappt wie vorgesehen.