Direkte Hilfe für ehemalige Kriegsgefangene

Der Verein Kontakte-Kontakty e.V. unterstützt ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in den früheren Staaten der Sowjetunion, vor allem in der Ukraine, Weißrussland und Russland. Da die früheren Partnerorganisationen nur noch selten neu aufgefundene NS-Opfer melden, verlagert sich der Schwerpunkt auf soziale und medizinische Hilfe statt der früher gezahlten 300 Euro als Geste der Anerkennung. Da die deutsche Stiftung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ Anträge von Kriegsgefangenen mit dem Hinweis „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“ satzungsgemäß ablehnte, half der Verein. Die auszahlenden Bankfilialen waren und sind verpflichtet, neben den Spenden Rundbriefe von Kontakte-Kontakty e.V. auszuhändigen, in denen das Geld als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts bezeichnet und um Rückmeldung gebeten wird. Die daraus entstehende intensive Korrespondenz bewirkt bei diesen bisher missachteten NS-Opfern eine beachtliche psychische Entlastung.
Unsere Stiftung Rückwärtsundvorwärtsdenken unterstützt seit der Gründung den Verein Kontakte-Kontakty e.V., um unseren Stiftungszweck zu erfüllen. Von 2005 bis einschließlich 2013 wurden 108.500 Euro überwiesen. Da die Zahl der noch lebenden Opfer stark zurück geht, werden die Zahlungen satzungsgemäß allmählich zurückgefahren. Für 2014 sind 7-8000 Euro eingeplant.

Links sehen Sie Boris Popow, der am 27. Oktober 2012 das ehemalige Lager Stalag IV B in Mühlberg/Elbe besuchte, wo er vom Mai 1942 bis April 45 inhaftiert war. Rechts Wasilij Stepanowitsch Awsejenko (1920–2007), der am 24. Juni 1941 in Gefangenschaft geriet. Bis zur Befreiung war er Häftling im Stalag 308 / Neuhammer und leistete Zwangsarbeit beim Flugpplatzbau. Vor seinem Tod hatte er von Kontakte-Kontakty e.V. eine Spende von 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Vereins Kontakte-Kontakty e.V.:
www.kontakte-kontakty.de

Wir haben – mit Genehmigung der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung – zum 30.6.2020 die Stiftungssatzung dahingehend geändert, dass wir, 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, die Unterstützung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener einstellen wollen, da es praktisch keine zuwendungsberechtigten Personen mehr gibt. Insgesamt sind in den vergangenen 15 Jahren 144.000.- Euro an ca. 480 Personen geflossen.

Das Projekt ist jetzt abgeschlossen.